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Versorgungslücken in Seniorenheimen – Augenerkrankungen nicht rechtzeitig behandelt!

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Versorgungslücken in Seniorenheimen – Augenerkrankungen nicht rechtzeitig behandelt!

Wie alle Organe verändert sich auch das Auge im Alter. Zu den häufigsten Leiden zählen Augenerkrankungen wie die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD), der Graue Star (Glaukom), diabetische Netzhauterkrankungen und Hornhaut – und Tränensackentzündungen. Wie die Stiftung Auge mit der Versorgungsstudie OVIS herausgefunden hat, mangelt es in deutschen Seniorenheimen jedoch an einer umfassenden augenärztlichen Versorgung. Dies kann schwerwiegende Folgen haben. Werden Augenerkrankungen nicht behandelt, drohen Sehbehinderungen und sogar Erblindung.

Obwohl es in Deutschland flächendeckend Augenärzte gibt, die insbesondere Menschen über 60 regelmäßig aufsuchen sollten, mangelt es in Pflege – und Seniorenheimen an einer ausreichenden medizinischen Versorgung. Das hat die Stiftung Auge kürzlich mit der Versorgungsstudie OVIS (Ophthalmologische Versorgen in Seniorenheimen) herausgefunden. Im Rahmen der Studie haben Ärzte Sehbehinderungen und Erblindungen bei Senioren gezielt erfasst und Versorgungslücken aufgedeckt.

Ergebnisse der Studie OVIS

Im Rahmen der Studie befragten und untersuchten Ärzte aus 14 Augenkliniken die Bewohner von 32 deutschen Seniorenheimen. Mithilfe standardisierter Fragebögen analysierten sie deren Lebenssituation, Augenarztbesuche und allgemeinen Gesundheitszustand. Hierbei gab rund die Hälfte der Studienteilnehmer an, unter Sehproblemen zu leiden. Der letzte Augenarztbesuch der Studienteilnehmer lag durchschnittlich vier Jahre zurück. Als Grund dafür nannte rund die Hälfte der Befragten den Weg zur Praxis als größte Hürde. Die Folgen dieses Versäumnisses sind Augenprobleme verschiedenster Ausprägungen. 

Häufigste Augenprobleme im Alter

Zu den häufigsten Erkrankungen, die die Ärzte feststellten, zählten der Graue Star, Altersbedingte Makuladegenerationen und Augenentzündungen. Zudem besitzen demnach viele der Bewohner aufgrund der seltenen Arztbesuche schlicht keine passende Brille für das Sehen in der Nähe und in der Ferne. Einige Senioren leiden auch unter trockenen Augen, was sich meist durch eine Rötung, ein Jucken und ein Brennen äußert. Diese Beschwerden lassen sich mit befeuchtenden Augentropfen oder – salben einfach und effektiv lindern. Schmerzen die Augen jedoch, sind gerötet und tränen vermehrt, kann es sich um eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) handeln. Zum Teil sind auch die Regenbogenhaut (Iris) oder die Hornhaut (Keratitis) betroffen. Allerdings ist eine Hornhautentzündung wesentlich schwerwiegender als eine Bindehautentzündung. In seltenen Fällen kann sich damit auch der Graue Star (Glaukom) ankündigen, der die häufigste Ursache für eine Erblindung ist. Das Ratgeberportal Blickcheck befasst sich in diesem Beitrag eingehend mit den Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Augenentzündungen.

Zusammenhang mit anderen Krankheiten

Haben Menschen im Alter Augenprobleme, kann dies auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen. Auffällig tiefen Tränensäcken unterhalb des Auges etwa ist Vorsicht geboten: Dahinter kann nämlich eine Wassereinlagerung infolge von Nieren – und Blasenproblemen stehen, die schnellstmöglich von einem Augenarzt und gegebenenfalls auch von einem Urologen aus der Region untersucht und behandelt werden muss. Braun – schwarze Augenringe deuten oft auf Leber – und Galleprobleme hin. Eine Uvetis (Entzündung in der mittleren Augenhaut) wird derweil durch Herpes – und Röteln- Viren ausgelöst. Dabei ist auch die Aderhaut betroffen, wodurch die Sehfähigkeit eingeschränkt ist. Weitere Ursachen können Umwelteinflüsse, Fremdkörper im Auge, Verletzungen, Rheuma und Infektionskrankheiten sein. Um Folgeschäden zu vermeiden, sollten sich nicht nur Bewohner in Seniorenheimen regelmäßigen Check-ups bei den entsprechenden Fachärzten unterziehen.

Bildrechte: www.flickr.com (https://www.flickr.com/photos/nauright/4751006694)

Autorenteam Sonja und Harry Bode