Der Seniorenblog aus Sachsen

Hitzewallungen nach den Wechseljahren

 

Hitzewallungen aufgrund der Wechseljahre

Die Welle überkommt einen plötzlich und ohne Vorwarnung. Innerhalb eines Wimpernschlags verspüren Betroffene ein enormes Hitzegefühl. Die Schweißperlen tropfen nur so die Stirn hinunter und die Haut ist auf einmal feuerrot. Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Beschwerden durch die Wechseljahre und können sehr unangenehm sein. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, um im Alltag besser mit Hitzewallungen zurechtzukommen.

Was sind Hitzewallungen?

Frauen, die vorher noch nie die Bekanntschaft mit Hitzewallungen gemacht haben, werden sie mit Beginn ihrer Wechseljahre – Zeitspanne, in der Menstruation und Empfängnisfähigkeit nach und nach aufhören – wahrscheinlich kennenlernen. Für viele Betroffene fühlt es sich dann so an, als würde eine ganze Ameisenkolonie über Oberkörper, Arme und Hände laufen.

Tatsächlich haben Hitzewallungen ihren Ursprung oft im Brustbereich. Danach rollt die Hitzewelle über Hals, Kopf und Oberarme aus. Die Haut wird rot und Schweiß tritt vermehrt aus den Hautporen aus. Nach wenigen Sekunden ist der Spuk dann meist wieder überstanden und zurück bleibt eine klatschnasse Kleidung.

Die Entstehung von Hitzewallungen

Bis heute konnte noch nicht mit Sicherheit geklärt werden, wodurch Hitzewallungen genau entstehen. Experten vermuten jedoch, dass aus bisher noch unbekannten Gründen das „Thermostat“ im Wärmeregulationszentrum des Körpers – dem Hypothalamus – verstellt wird. Wahrscheinlich durch die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre.

Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns und unter anderem das oberste Regulationszentrum der Atmung, des Sexualverhaltens und der Körpertemperatur. Letztere versucht das Wärmeregulationszentrum konstant zwischen 36,5 und 37,4 Grad Celsius zu halten.i Das Schwitzen wird dabei in erster Linie dafür genutzt, den Körper abzukühlen – die kalte Flüssigkeit aus den Schweißdrüsen verdunstet auf der warmen Haut. Gesteuert wird die Schweißproduktion im Übrigen vom vegetativen Nervensystem – es ist unbeeinflussbar vom Willen. Nicht ohne Grund setzen Therapiemöglichkeiten bei Schwitzen genau dort an.

So äußern sich Hitzewallungen

Wie stark und häufig Hitzewallungen während und nach den Wechseljahren in Erscheinung treten, ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Bei manchen kommen sie kein einziges Mal vor, bei anderen äußern sie sich mehrmals am Tag und bei wieder anderen machen sich Hitzewallungen nur nachts bemerkbar.

Im Verlauf einer Hitzewallung kann es zudem zu Symptomen wie

  • Schwindel,

  • Müdigkeit oder

  • Kopf- und Muskelschmerzen kommen.

Auch wie lange Hitzewallungen auftreten, kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt Frauen, die sie nur wenige Monate lang haben und andere, bei denen Hitzewallungen auch noch fünf Jahre nach dem Beginn ihrer Wechseljahre in Erscheinung treten.

Hitzewallungen: Diese Maßnahmen können helfen

Frauen, die Hitzewallungen haben, brauchen sich von ihnen den Alltag nicht verderben zu lassen. Denn unter anderem können diese Tipps Erleichterung verschaffen:

  • Richtige Kleidung und Unterwäsche: Anziehsachen aus natürlichen Materialien wie beispielsweise Baumwolle oder auch Funktionskleidung – wie sie Sportler tragen – eignen sich hervorragend dazu, Feuchtigkeit schnell nach außen zu transportieren. So bleibt die Haut trocken und die Gefahr sich aufgrund von Nässe zu erkälten, ist deutlich geringer. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Schweiß nicht so unangenehm riecht wie in Nylon- oder Kunstfasergeweben.

  • Tücher: Nach dem Schwitzen sind sie ein sehr gut geeigneter Schutz vor Zugluft. Sobald die Hitzewallung überstanden ist, können Betroffene sich ein Tuch umlegen, wenn ihnen kalt wird. Gut geeignet sind im Übrigen Tücher aus Baumwolle oder Cashmere.

  • Fächer: Spätestens wenn eine Frau zum ersten Mal aufgrund ihrer Wechseljahre eine Hitzewallung hat, wird ihr klar werden, weshalb ihre Großmutter immer einen Fächer zur Hand hatte – auch im Winter. Das durch Flamenco-Tänzerinnen bekannte Accessoire sieht nicht nur gut aus; es produziert auch eine angenehm, kühlende Luft.

Gut zu wissen: Funktionskleidungsstücke, Tücher oder Fächer sind Dinge, die mit Leichtigkeit in einer Handtasche zu verstauen sind.

i Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: FIEBER: TEMPERATUR-REGULATION IM KÖRPER. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/temperatur-regulation-im-koerper/ (22.03.2018).

 

 

 

 

 

Autorenteam Sonja und Harry Bode