Der Seniorenblog aus Sachsen

Süßstoffe (Zuckerersatzstoffe)

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Anhänger mit ohne Zucker

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: © stockWERK – Fotolia.com

Gute Süße – schlechte Süße: Sind Zuckerersatzstoffe wirkliche Zucker-Alternativen?

Die Evolution hat uns darauf getrimmt: Süß ist gut. Es signalisiert reife Früchte, Zucker und damit Energie. Über Jahrmillionen unserer Entwicklungsgeschichte war die „süße Sucht“ kein Problem, denn es gab eher einen Mangel, als ein Überangebot. Das hat sich gründlich geändert.

Es beginnt schon im Kindesalter: Süßwaren, wohin man schaut. Zuckerhaltige Naschereien umgeben uns in vielfältiger Form – wir nehmen dies fast garnicht mehr wahr, weil man daran gewöhnt ist. Im Erwachsenenalter geht dies immer so weiter und es fällt einem schwer, auf Zucker zu verzichten. Man ist einfach zu sehr daran gewöhnt und schon fast „abhängig“. Etwa 35 kg verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr.

buttonDas Übermaß an Zuckerverbrauch in unserer Gesellschaft ist schon lange ein wichtiges Thema geworden. Nicht nur, weil zuviel industriell hergestellter Zucker meistens eine Gewichtzunahme mit sich bringt, sondern vor allem, weil Zucker im Übermaß sehr schädlich für unsere Gesundheit ist. Die Volkskrankheit Diabetes ist ein gutes Beispiel dafür.

 

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Agavensirup, Stevia, Kokosblütenzucker:

Mit dem Griff zur Zucker-Alternative glauben viele Verbraucher, ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Doch die vermeintlich natürlichen Produkte sind nicht immer die bessere Wahl.

Zugelassen in Deutschland sind  sechs Zuckerersatzstoffe:

  • Acesulfam (E950)
  • Aspartam (E951)
  • Cyclamat (E952)
  • Neohesperidin DC (E959)
  • Saccharin (E954)
  • Thaumatin (E957)

Vor der Zulassung stehen noch

  • Sucralose
  • Twin-Sweet (Acesulfam-Aspartam-Salz)

Süßstoffe haben zwar so gut wie keine Kalorien, liefern dem Körper aber keine Energie, wie zum Beispiel der Zucker.

Wie steht es aber um die viel diskutierten Nebenwirkungen von Süßstoffen?

Das Internet ist voll von „Pseudoexperten“ und „Verschwörungstheorien“ bezüglich von Süßstoffen. Fakt ist aber, dass eine Expertenkommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für jeden Süßstoff eine Höchstmenge festgelegt hat, die Menschen nach heutigem Wissensstand lebenslang ohne gesundheitliches Risiko aufnehmen können. Die tägliche Obergrenze bezeichnet sie als ADI („Acceptable Daily Intake“). Für Saccharin liegt der ADI bei 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht; für Sucralose bei 15; für Aspartam bei 40. Erwachsene erreichen die Werte nur, wenn sie sehr große Mengen mit Zuckerersatz gesüßte Lebensmittel konsumieren. Um den ADI-Wert von Aspartam zu erreichen, müsste ein 70 Kilogramm schwerer Mann etwa sieben Liter damit gesüßter Limonade trinken.

Speziell der Süßstoff Aspartam wird widersprüchlich diskutiert und es ähnelt fast einem Glaubenskrieg. Aber ist Aspartam wirklich ein „süßes Gift? Entdeckt wurde ASPARTAM im Jahre 1965 zufällig durch den Chemiker James L. Schlatter.

Aspartam ist ein verbreiteter Süßstoff in Produkten wie Erfrischungsgetränken, Süßwaren, Backwaren, Milchprodukten, Backwaren und Backglasuren, Frühstücksflocken, Kaugummi, Instantkaffee, Pudding und Fertiggerichten. Aspartam wird unter den Handelsnamen „Canderel“, „Equal“ und „NutraSweet“ vermarktet.

Offizielle Beurteilung von ASPARTAM

  • Der EU-Grenzwert wurde auf 40 mg/kg Körpergewicht/Tag festgesetzt. Praktisch bedeuten 40 mg/kg Körpergewicht für einen 70 Kilogramm schweren Menschen etwa 266 Süßstofftabletten oder – für einen 60 kg schweren Menschen – teilweise mehr als 36 Dosen (à 330 ml) einer mit Aspartam gesüßten Diätlimonade, die an einem Tag eingenommen werden müssten. Bei einem Diätgetränk, das Aspartam in der zulässigen Verwendungshöchstmenge enthält, wären 12 Dosen à 330 ml nötig, um den ETD-Wert (Erlaubte Tagesdosis) zu überschreiten. Die auf dem Lebensmittelmarkt erhältlichen Limonaden unterschreiten die zulässigen Höchstwerte jedoch deutlich.
  • Die Food and Drug Administration (FDA) wertete eine große Anzahl toxikologischer und klinischer Studien zu Aspartam aus und erklärte 1981 den Gebrauch für sicher, sofern eine Tagesdosis von 50 mg/kg Körpergewicht nicht überschritten wird. Im April 2007 stellte sie auf Basis der von der Fondazione Europea di oncologia e scienze ambientali „Bernardino Ramazzini“ zur Verfügung gestellten Versuchsdaten fest, dass die Ergebnisse dieser Studie nicht bestätigt werden können. Es wurde bemängelt, dass nicht alle Daten zur Verfügung gestellt worden seien. Die FDA sah keinen Grund, die Sicherheit von Aspartam infrage zu stellen.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) spricht seit 2002 von einer Unbedenklichkeit von Aspartam und stellte fest, „dass es bisher keine wissenschaftliche Grundlage dafür gibt, frühere Sicherheitsbewertungen für Aspartam neu zu überdenken“. Durch den Beschluss der Europäischen Kommission musste die EFSA jedoch bis 2012 das künstliche Süßungsmittel Aspartam (E 951) neu überprüfen, da 2010 zwei Studien veröffentlicht wurden, die einen Zusammenhang zwischen Aspartamkonsum und Frühgeburten (Halldorsson u. a., 2010) sowie Krebserkrankungen (Soffritti u. a., 2010) aufzeigten. Dies geschah im Rahmen einer vollständigen Neubewertung, der Entwurf wurde im Januar 2013 veröffentlicht und konnte bis zum 15. Februar 2013 kommentiert werden. Die Kommentare wurden in einer öffentlichen Veranstaltung am 9. April 2013 diskutiert, die Teilnehmer und die Präsentationen wurden veröffentlicht. Die abschließende Neubewertung wurde am 10. Dezember 2013 veröffentlicht, in der die erlaubte EU-Tagesdosis von 40 Milligramm Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklich erklärt wird.
  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung konnte im Jahr 2003 einen Zusammenhang zwischen den durch Stoffwechsel aus Aspartam entstehenden Stoffen Asparaginsäure, Phenylalanin und Methanol mit unerwünschten Wirkungen wie Kopfschmerzen, Allergien, neuroendokrinen Veränderungen, Epilepsie oder Hirntumoren nicht bestätigen. (Quelle: Wikipedia)

 

Stevia – der pflanzlicher Süßstoff

Stevia Rebaudiana leaves isolated on white backgroundBildquelle: © viperagp – Fotolia.com

Es soll ein Wundermittel sein – Stevia  die Pflanze deren Blätter 30mal stärker süßen als Zucker. Dabei ist Stevia kalorienfrei, für Diabetiker geeignet und schadet nicht den Zähnen.

Stevia, wie wir es kennen, ist aber ein Laborprodukt. Die seit Ende 2011 zugelassene und als natürlich beworbene Süße aus Stevia rebaudiana ist deshalb nicht, was sich die Indigenen seit einigen hundert Jahren in ihren Matetee bröseln. Genauso wenig ist Stevia-Süßstoff ein Pulver, das allein durch sanftes Aufbrühen der Blättchen in Wasser und Trocknung eines solchen Tees gewonnen wird. Vielmehr handelt es sich um ein mit zahlreichen Lösungsmitteln und industrieller Labortechnik erarbeitetes Isolat jener chemischen Substanzen aus der Pflanze, die den süßen Geschmack vermitteln.

Die European Food Safety Authority (efsa) hat den pflanzlichen Süßstoff positiv bewertet und schreibt, dass Steviolglycoside in toxikologischen Tests keine krebserregenden, toxischen oder negativen Auswirkungen auf die Fortpflanzungsorgane oder das ungeborene Leben haben.

Letztendlich macht immer die Dosis das „Gift“. Wenn man also die Zuckerersatzstoffe benutzt, sollte man dies in Maßen machen.

 Autorenteam Sonja Bode & Harry Bode

Textquellen auszugsweise: Wikipedia/spiegel.de/stern.de/alles-zur-allergologie.de/meine-gesundheit.de/daserste.de/annonc.oxfordjournals.org/zusatzstoffe-online.de/gesundheit.de/focus.de/zeit.de/