Der Seniorenblog aus Sachsen

Exotische Salze

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Exotische Salze – extrem teuer aber auch nicht besser!

Darf es ein besonderes Salz sein?

Das Märchen vom Wundersalz: Ur-Salz, Fleur de Sel, persisches Blausalz, Mongolensalz aus Tibet, Salz aus der Kalahari-Wüste oder Himalaya-Region – die Exoten fallen mit schillerndem Marketing auf, das von besonderer Würzkraft, hohem Alter oder gar Gesundheitseffekten schwärmt.

Es ist das alte, werbewirksame Konzept zur Vermarktung einer banalen Sache wie Salz in der Form, dass man dazu eine Geschichte erfindet. Im Antiquitätenhandel treibt so ein Marketing mit guter Geschichte die Preise steil nach oben. Bei exotischen Salzen klappt dies genauso gut. Es ist eben mystisches Salz!

pink-salt-719287_640Man kann sagen, dass der Kunde für eine Geschichte bezahlt. Für die teuren und exotischen Salzen liefert er sogar die Geschichte selbst, indem er Assosziationen zu den Bezugsquellen herstellt. Himalayasalz – das klingt nach tibetischen Mönchen, hohen Bergen, klarem Wasser und reiner Luft. Ein Salz aus so einer Region muss ja besser sein – oder?

Fehlt nur noch, dass das Himalayasalz von blinden Yetis 3 Meter unter Wasser eines Bergsees per Hand Korn für Korn sortiert wurde.

salt-602215_640Bei dem stark beworbenen Himalayasalz muss man wissen, dass es im Himalayagebirge keine Salzminen gibt. Die befinden sich in Pakistan Lahore und decken ca. 70% des Weltbedarfes mit Steinsalz.  Das rose-rote Himalayasalz ist schlicht und ergreifend ein Genuss und ein Natursalz von höchster Qualität.

Im Gegensatz zum normalen Tafelsalz vom Dicounter wird Himalayasalz nicht raffiniert, gesiedet oder sonst wie bearbeitet. Lediglich gemahlen und verpackt! 

Der Spaß ist nicht billig, teilweise kosten die Exoten mehr als das 150fache im Vergleich zum einfachen Speisesalz. Aber teuer ist nicht immer gut! Diesem Irrtum unterliegen die Verbraucher, welche sehr teure Salze kaufen und verwenden. Kein Wunder also, dass sich Stiftung Warentest und nahezu sämtliche Verbraucherschutzorganisationen mit dem Nepp um das Himalayasalz auseinandergesetzt haben.

Viele Verbraucher wissen auch nicht, dass ein Teil des rosa Himalayasalzes aus Polen kommt, wo es industriell abgebaut wird – die Farbe kommt übrigens von enthaltenen Eisenoxyd – nicht gerade sehr mystisch.

In einer Studie wurden 36 Salze untersucht. Chemisch unterscheiden sich diese wenig voneinander. Sie bestehen zu 93 bis 99,9 Prozent aus Kochsalz. Der Rest sind überwiegend schwer lösliche Verbindungen der Elemente Kalzium und Magnesium. Manche Anbieter werben mit besonders vielen Elementen. 

Bleibt also die gesicherte Erkenntnis: Exotische Salze haben gesalzene Preise!

Autorenteam Sonja und Harry Bode

Textquelle: himalayasalz.net/stern.de/spiegel.de/stiftung warentest/wissen.de/zeit.de/sueddeutsche.de/

Bildquelle: CC0