Der Seniorenblog aus Sachsen

Organspende – der Lebensretter

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Organspende

An was denken Sie, wenn Sie das Wort Organspende hören? Vielleicht an Geschichten, in denen man noch lebenden Personen Organe zur Transplantation entnommen hat? Oder an die vielen falschen Gerüchte, die leider immer noch in Umlauf sind und die Transplantation von Organen zur Lebensrettung in Misskredit bringen?

Die Idee der Organtransplantation ist schon viele Jahrhunderte alt, so dass die Verpflanzung von Körperteilen oder Organen als ein alter Menschheitstraum betrachtet werden kann. Schon eine Legende aus dem 4. Jahrhundert nach Christi berichtet von dem Ersatz eines erkrankten durch ein gesundes „Ersatzbein“

NierenIn der Geschichte der Organtransplantation war der Weg lang zwischen Idee und Realität. Die erste Verpflanzung einer menschlichen Niere wurde 1933 in Kiew versucht. Anfang der 50er Jahre wurden weltweit mehrere Nierentransplantationen durchgeführt, bei denen die Organe bis zu sechs Monate funktionstüchtig blieben.

Joseph E. Murray und John Merrill gelang 1954 in Boston die erste, auch langfristig erfolgreiche Nierentransplantation zwischen eineiigen Zwillingen, was als eigentlicher Beginn der Transplantationsära gewertet wird. Der Erfolg wurde allerdings nur ermöglicht durch die einmalige immunologische Konstellation bei genetisch identischen Zwillingen und der damit verbundenen Akzeptanz des transplantierten Organs durch den Empfängerorganismus ohne jegliche Immunsuppression.

Heute gilt die Transplantation von Nieren, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse als Standardtherapie bei Patienten mit nicht mehr rückgängig zu machendem Organversagen.

Nicht nur Organe können transplantiert werden, sondern auch Gewebe. Viele Menschen denken auch, dass sie zu alt sind für eine Organspende. Dieses Vorurteil ist falsch. 

Organspende, UnterschriftEntscheidend für die Organ- und Gewebespende ist nicht wie alt eine Person ist, sondern ihr allgemeiner Gesundheitszustand und der Zustand der Organe, also das biologische Alter. Generell gilt, dass sich bei jüngeren Verstorbenen mehr Organe zur Transplantation eignen als bei älteren Menschen.  Doch auch die funktionstüchtige Niere eines mit über 70 Jahren verstorbenen Menschen kann einem Menschen wieder ein fast normales Leben schenken. 

Doch was sind die wichtigsten Argumente für eine Organspende?

  • die Organspende kann das Leben eines Menschen retten
  • man kann sehr schnell derjenige sein, der auch ein Organ braucht
  • hat man einen Organspendeausweis, wird die Familie im Notfall nicht in Gewissenskonflikte gestürzt, da man ja seinen Willen zur Organspende klar erklärt hat.

Doch wie wird die Organspende vor Missbrauch geschützt?

Seit dem 1.12.1997 gibt es in Deutschland das Transplantationsgesetz. Zum 1. November 2012 wurde die bisherige erweiterte Zustimmungslösung durch die Entscheidungslösung ersetzt.

Alle Bundesbürger sollen ihre eigene Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende auf Grundlage fundierter Informationen prüfen und schriftlich festhalten. Die Krankenkassen stellen ihren Versicherten dazu alle zwei Jahre einen Organspendeausweis und Informationsmaterial zur Verfügung, verbunden mit der Aufforderung, seine persönliche Entscheidung schriftlich festzuhalten.

Niemand ist jedoch verpflichtet sich zu entscheiden!

Der Wille des Verstorbenen zu Lebzeiten hat Vorrang. Ist er nicht dokumentiert oder bekannt, entscheiden die nächsten Angehörigen auf der Grundlage des mutmaßlichen Willens des Verstorbenen.

Organspendeausweise erhalten Sie zum Beispiel bei Ihrem Hausarzt oder auch per Telefon unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 / 90 40 400. 

direction-1014026_640Jeder muss sich entscheiden, ob er Organe nach seinem Tod spenden will oder nicht. Niemand wird dazu gezwungen, diese Zustimmung zu geben. Doch bedenken Sie: Jeder Mensch kann einmal in die Lage kommen, auf eine Organspende angewiesen zu sein! 

 

 

Weitergehende Informationen finden Sie hier.

Autorenteam Sonja und Harry Bode

Textquellen auszugsweise:organspende-info.de/bzga.de/www.initiative-organspende-rlp.de/zeit.de/krebs-nachrichten.de/

Bildquelle: CC0/fotolia/organspende-info/