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Krebs-Nachrichten

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Themenschwerpunkt „Lungenkrebs“

Wie entsteht Lugenkrebs (2)?

Welche Diagnoseverfahren gibt es?

Lunge, Bronchien

Da Lungenkrebs in frühen Stadien nur selten zu Beschwerden führt, wird er meist erst spät entdeckt. Außerdem sind die Symptome oft so vielseitig, dass sie zunächst verkannt werden. Es gibt aber einige Beschwerden, die auf Lungenkrebs hindeuten können:

 

 

Husten, insbesondere ein lange bestehender Raucherhusten, der sich plötzlich ändert
Bronchitis oder eine Erkältung, die sich trotz Behandlung mit Antibiotika nicht bessert
Atemnot und pfeifende Atemgeräusche
Schmerzen im Brustkorb
Heiserkeit und Schluckbeschwerden
Bluthusten
Lähmungen oder starke Schmerzen
Allgemeiner Kräfteverfall
Starker Gewichtsverlust
Schmerzen in den Knochen, im Oberbauch sowie Kopfschmerzen und Übelkeit können auf Metastasen hinweisen

Ein genauer Blick auf den eigenen Körper! Wer Veränderungen wahrnimmt oder länger unter den genannten Beschwerden leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.

Welche Diagnoseverfahren gibt es?

Die Entscheidung für die für Sie geeignete Therapie fällt anhand einer umfassenden Diagnose. Um Lungenkrebs und das Stadium der Erkrankung festzustellen, steht eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung.

Bei einem Verdacht auf Lungenkrebs führen Ärzte verschiedene Untersuchungen durch, um die Diagnose zu stellen und verschiedene Fragen abzuklären:

Ist der Tumor bösartig?
Um welche Art von Lungenkrebs handelt es sich?
Wo genau in der Lunge sitzt der Tumor?
Ist die Erkrankung bereits fortgeschritten?

Dazu macht sich Ihr Arzt in einem ausführlichen Gespräch zunächst ein Bild von Ihrer bisherigen Krankheitsgeschichte. Bei dieser Anamnese fragt er Sie beispielsweise nach Ihren Lebensgewohnheiten, aktuellen Beschwerden und bereits bestehenden Erkrankungen, möglichen Schadstoffen am Arbeitsplatz und danach, ob Sie rauchen. Anschließend folgen die körperliche Untersuchung sowie verschiedene Diagnoseverfahren:

Durch das Röntgen des Brustkorbs kann der Arzt den Tumor bildlich darstellen und feststellen, wo genau in der Lunge er liegt. In den äußeren Bereichen der Lunge zeigen sich Tumoren ab etwa einem Zentimeter Größe als helle, oft rundliche Flecken, sogenannte Lungenrundherde. Liegt der Tumor aber im zentralen Bereich der Lunge, ist er oft nur schlecht erkennbar.

Die Computertomografie (CT) kann Bereiche der Lunge darstellen, die von anderen Strukturen des Brustraums überlagert werden oder im Röntgenbild nicht sichtbar sind. Bei der schmerzlosen Untersuchung kreisen eine Röntgenröhre und ein Detektor um den Patienten und nehmen Bilder auf. Aus diesen Daten errechnet ein Computer dann Querschnittsbilder. So erhält der Arzt ein sehr genaues Bild über die Größe, die Lage und die Ausdehnung des Tumors sowie über eine mögliche Ausbreitung auf andere Organe.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Kernspintomografie liefert durch den Einsatz von starken Magnetfeldern sehr genaue Bilder der Lunge und ihrer Umgebung. Bei der Untersuchung wird der Patient auf einer Liege langsam in eine Röhre hineinbewegt, in welcher das Magnetfeld aufgebaut wird. Ärzte setzen das Verfahren einerseits ein, um Metastasen im Gehirn zu entdecken. Andererseits kommt es auch vor einer Operation zum Einsatz, um den Tumor gegenüber anderen Körperregionen wie Herzbeutel, Gefäße oder Rückenmarkskanal abzugrenzen.

Mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) kann der Arzt feststellen, wo sich der Tumor befindet, wie weit er sich ausgebreitet oder ob er benachbarte Lymphknoten befallen hat. Dazu sendet der Kopf des Ultraschallgeräts Wellen in den Körper, die von den Gewebearten unterschiedlich „verschluckt“ oder zurückgeworfen werden. Aus den Schallwellen errechnet der Computer Bilder, die das jeweilige Gewebe darstellen und Veränderungen sichtbar machen.

Mit der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) lassen sich Tumoren und Metastasen abbilden. Dazu bekommt der Patient vorab eine schwach radioaktive Zuckerlösung und wird während der Untersuchung langsam durch einen Scanner-Ring gefahren, sodass Aufnahmen des ganzen Körpers gemacht werden können. Da Krebszellen einen hohen Energiebedarf haben und einen sehr aktiven Stoffwechsel aufweisen, reichert sich der Zucker entsprechend dort an. Durch die Zuckerlösung ist betroffenes Gewebe auf diesen Bildern gut zu erkennen.

Mit einer Knochenszintigrafie überprüft der Arzt, ob sich Metastasen in den Knochen gebildet haben. Dazu werden radioaktiv markierte Stoffe in die Armvene gespritzt. Diese Substanzen reichern sich vor allem dort an, wo der Stoffwechsel sehr aktiv ist, also bei den Krebszellen. Auf dem sogenannten Szintigramm lassen sich so krankhafte Veränderungen erkennen.

Bei der Lungenspiegelung (Bronchoskopie) führt der Arzt einen biegsamen, etwa bleistiftdicken Schlauch – das Bronchoskop – durch Mund oder Nase über die Luftröhre in die Bronchien und ihre Verzweigungen. Ziel der Untersuchung ist, Gewebeproben zu entnehmen oder Zellen durch eine Spülung (Lungenlavage) oder einen Bürstenabstrich zu gewinnen. Die Proben werden feingeweblich (histologisch) auf Veränderungen untersucht und erlauben die Aussage, ob der Tumor gut- oder bösartig ist.

Bei der Feinnadelbiopsie entnimmt der Arzt mithilfe einer langen, dünnen Nadel Zellen aus der Lunge. Diese wird durch die Brustwand geschoben. Diese Probe wird anschließend feingeweblich (histologisch) unter dem Mikroskop untersucht, um festzustellen, ob ein gut- oder bösartiger Tumor vorliegt. Auch der Tumortyp kann so bestimmt werden.

Bei der Mediastinoskopie (MSK) untersucht der Arzt den Raum zwischen den Lungenflügeln, das Mediastinum. Hier sind häufig die Lymphknoten befallen. Bei dem kleinen Eingriff, der unter Narkose stattfindet, führt er eine optische Sonde ein, das Mediastinoskop, und entnimmt Gewebeproben von Lymphknoten und anderem Gewebe.

Beim Endobronchialen Ultraschall (EBUS) kombiniert der Arzt Bronchoskopie und Ultraschalluntersuchung miteinander. Dazu wird am Ende des Bronchoskops ein Ultraschallkopf eingeführt. Wie bei der Mediastinoskopie lassen sich so die Lymphknoten im Raum zwischen den Lungenflügeln sichtbar machen und von dort Gewebeproben entnehmen.

Bei der Sputum-Untersuchung wird der Auswurf (Sputum) analysiert, der beim Husten abgegeben wird. Da er Zellen enthält, die sich von der Schleimhaut der Bronchien oder anderen Bereichen der Lunge abgelöst haben, lassen sich hier möglicherweise Tumorzellen finden. In der Regel werden dabei Proben von drei verschiedenen Tagen geprüft. Trotzdem ist diese Untersuchung nicht sehr aussagekräftig.

Durch Blutuntersuchungen kann der Arzt die Konzentration von sogenannten Tumormarkern feststellen. Diese Stoffe werden entweder direkt von den Krebszellen oder aber von gesundem Gewebe als Reaktion auf den Tumor gebildet. Einen Rückschluss auf einen bestimmten Krebstyp lassen die bisher bekannten Tumormarker aber nicht zu. Da sie auch bei einer harmlosen Entzündung erhöht sein können, sind sie im Rahmen einer Früherkennung ebenfalls unbrauchbar.

Welche Verfahren bei der Diagnose eingesetzt werden, hängt von Ihrer Situation ab. Manche Untersuchungen sind aufgrund von Vorerkrankungen vielleicht nicht möglich, andere bringen vielleicht keine zusätzlichen Informationen und sind für Sie nur eine unnötige Belastung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ausführlich dazu beraten.

Der Artikel wird morgen fortgesetzt mit dem Thema „Gibt es verschiedene Tumortypen?“

Textquelle: der-zweite-atem.de (ROCHE)

Lungenkrebs verstehen (1)

Wie funktioniert die Lunge?

krebs,lungenkrebs

In unserem Körper übernimmt die Lunge eine lebenswichtige Funktion. Sie sorgt dafür, dass der Sauerstoff aus der Luft ins Blut und damit in alle Zellen des Körpers gelangt. Hier wird er für grundlegende Stoffwechselvorgänge benötigt. Wenn Sauerstoff fehlt, kann der Körper nicht mehr arbeiten.

Gemeinsam mit dem Herz und den großen Gefäßen liegt die Lunge im Brustkorb. Sie besteht aus zwei Lungenflügeln, die ihrerseits in mehrere Lungenlappen unterteilt sind – der linke in zwei, der etwas größere rechte Lungenflügel in drei Lungenlappen. Zwischen den beiden Lungenflügeln, im sogenannten Mediastinum, verlaufen neben der Speiseröhre auch zahlreiche Blut- und Lymphgefäße. Sowohl die Oberfläche der beiden Lungenflügel als auch die Innenwand des Brustkorbes sind mit einer Haut, dem Lungen- bzw. Rippenfell, überzogen.

Wenn wir atmen, strömt die Luft in die Luftröhre, die sich in die beiden Hauptbronchien gabelt. Diese treten in die beiden Lungenflügel ein und teilen sich dann weiter in immer kleinere und feinere Äste auf – die Bronchien und Bronchiolen. Am Ende der kleinsten Bronchiolen sitzen die insgesamt etwa 300 Millionen Lungenbläschen, die Alveolen. In ihnen findet der sogenannte Gasaustausch statt: Der eingeatmete Sauerstoff wird ins Blut aufgenommen, das Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge abgegeben und ausgeatmet. Rechnet man die Oberfläche aller Lungenbläschen um, ergibt dies rund 160 Quadratmeter – etwa die Größe eines Volleyballfeldes. Da dies weit mehr ist, als man zum Überleben braucht, können wir auch mit nur einem Lungenflügel leben.

Um den Sauerstoffbedarf des Körpers zu decken, muss ein Erwachsener rund 12 bis 15 Mal pro Minute atmen. Das macht rund 20.000 Atemzüge am Tag. Bei jedem Atemzug wird etwa ein halber Liter Luft ein- bzw. ausgeatmet. Ist man körperlich aktiv kann sich diese Menge um ein Vielfaches erhöhen.

Was genau ist eigentlich Lungenkrebs?

Unser Körper besteht aus Milliarden Zellen, die alle unterschiedliche Aufgaben erfüllen und sich ununterbrochen teilen. Manchmal verändern sich die Zellen dabei so, dass sie unkontrolliert weiter wachsen, in benachbartes gesundes Gewebe eindringen und dieses zerstören. Entsteht dieser Tumor in der Lunge, spricht man von Lungenkrebs – in der Fachsprache Lungen- oder Bronchialkarzinom genannt.

Krebszellen können sich aus dem ursprünglichen Tumor herauslösen und mit dem Blut oder Lymphsystem in andere Organe gelangen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.
Wissenschaftler verstehen immer besser, wie es die entarteten Zellen dabei schaffen, sich ungebremst zu vermehren und sich sogar in weit entfernt liegende Organe auszubreiten. Die Krebszellen nutzen dabei eine Vielzahl von Mechanismen:

Das Signal, sich zu teilen können Krebszellen ständig aufrechterhalten, somit wird unkontrolliertes Wachstum möglich. Umgekehrt umgehen sie Signale zum Wachstumsstopp.
Krebszellen können den programmierten Zelltod verhindern, der in gesundem Gewebe für die Zerstörung entarteter Zellen sorgt. Zudem können sie sich, anders als gesunde Zellen, endlos teilen.

Auf verschiedene Arten können Krebszellen verhindern, dass sie vom Immunsystem des Körpers erkannt und zerstört werden. Krebszellen sind in der Lage, die Bildung von Blutgefäßen in ihrer direkten Umgebung anzuregen. Somit können wachsende Tumoren mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.

Der Artikel wird morgen fortgesetzt mit dem Thema „Welche Diagnoseverfahren gibt es?“

Textquelle: der-zweite-atem.de (ROCHE)

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