Der Seniorenblog aus Sachsen

MMS (Miracle Mineral Supplement)

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Bildquelle :Pinterest

MMS (Miracle Mineral Supplement)

Sie kennen vielleicht diesen freundlichen älteren Herren? Es handelt sich um Jim Humble – einen Amerikaner. Früher Goldgräber,Scientology Mitglied und  jetzt Wunderheiler: Jim Humble will Menschen mit Chlordioxid gesund machen.

Er behauptet, sein Mittel helfen gegen Aids, Krebs, Herpes, Demenz und viele anderen Krankheiten. Damals, im Dschungel von Südamerika habe er erste Erfolge bei Malaria-Kranken gehabt. In Tansania habe er dann gelernt, dass er den „stabilisierten Sauerstoff“ aktivieren muss. Mehr als 800 Menschen habe er damals geheilt. Mittlerweile behauptet Jim Humble auch tausende Menschen in Afrika von AIDS geheilt zu haben.

Da sagt man heute gäbe es keine Wunder mehr.

Das klingt zunächst einmal erstaunlich, aber man sollte eine Idee nicht von vornherein in Bausch und Bogen ablehnen. 

Was ist eigentlich MMS und die dahinter steckende Theorie? 

Das „Wundermittel MMS“ ist also lediglich angesäuertes Natriumchlorid –Chlordioxidion (ClO2). Als Lösung ist Natriumchlorid (NaClO2) sehr basisch und stabil. Wenn es angesäuert wird, entsteht das Gas Chlordioxid (ClO2), das genauso wie Chlor riecht und wahrscheinlich das effektivste universal einsetzbare Mittel gegen Mikroben und Parasiten darstellt, das es gibt.

Es tötet alle anaeroben Mikroben und Parasiten ab, greift dabei aber nicht die gutartigen Laktobakterien unserer Darmflora an. Der einzige Rückstand, der sich nach dem Einsatz von Chlordioxid in Wasser, Nahrung und Körper findet, ist eine winzige Menge Natriumchlorid (NaCl), also Tafelsalz.

Und dieses angesäuerte Natriumchlorid soll ein wirksames antimikrobielles Mittel sein, welche oben beschriebene Krankheiten heilen kann? Schwer zu glauben.

Doch bilden Sie sich eine eigene Meinung – sehen Sie sich dieses Video an

Quelle: YouTube

 Woraus besteht MMS im Detail?

Mischt man die Flüssigkeiten – wie vorgegeben – tropfenweise und verdünnt sie mit Wasser, erhält man eine gelbliche Tinktur, die nicht von ungefähr durchdringend nach Schwimmbad riecht: In der ersten Flasche befindet sich die Chemikalie Natriumchlorid (NaClO2), nicht zu verwechseln mit dem Kochsalz Natriumchlorid (NaCl). Diese aggressive Verbindung von Chlor und Sauerstoff in Verbindung mit Natrium hat eine reizende, in hoher Konzentration sogar ätzende Wirkung, ist weltweit als sehr giftig und umweltgefährdend klassifiziert.

In der zweiten Flasche befindet sich eine Säure. Gibt man sie hinzu, entsteht das gelbliche Chlordioxid, eine hoch reaktive Verbindung, die in der Industrie als Bleich- und Desinfektionsmittel verwendet wird. Nimmt man Chlordioxid in den Körper auf, greift es im Magen-Darm-Trakt die Schleimhäute an. Der Effekt ist vergleichbar mit dem Trinken von Desinfektionsmittel oder Rohrreiniger.

Im Internet wird MMS als Wundermittel und Allround – Heilmittel gepriesen. Es ist wie auf vielen anderen Gebieten auch, wo der Glaube die Hauptantriebskraft zur Heilung ist.

Es lebe der Placebo Effekt!

Luftnot – Übelkeit und Erbrechen

Kein Wunder also, dass sich auch im Internet Berichte über erschreckende Auswirkungen der angeblich heilenden MMS-Tropfen häufen. Sie reichen von unerträglichen Kopfschmerzen über Übelkeit und Durchfälle bis hin zu schwarzem Urin. Auch in den Giftnotrufzentralen sind solche heftigen Fälle bekannt, meist mit Luftnot, Übelkeit, Erbrechen oder anderen Magen-Darm-Problemen.

d7ae4003584f17c078037e330c2ef6d2Der Erfinder der MMS-Tropfen bezeichnet Übelkeit, Erbrechen und Durchfall nach Einnahme des Präparates als gutes Zeichen, dass die MMS-Tropfen wirken. Mediziner sind über solche Aussagen entsetzt, denn dabei handelt es sich um Anzeichen einer Vergiftung. Und nicht nur im Verdauungstrakt können die Tropfen Schaden anrichten: Die aus der Flüssigkeit austretenden Gase greifen auch die Lunge an und führen zu starker Atemnot. Auch solche Fälle sind in den Giftnotrufzentralen bekannt.

Bildquelle: Pinterest

MMS ist weder als Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Die „Behörden“, allen voran das Bundesinstitut für Risikobewertung, haben längst von der Einnahme des „Produkts“ MMS abgeraten. Denn ein Arzneimittel ist MMS nicht. Es ist nicht geprüft, nicht zugelassen. Es ist auch kein Lebensmittel – es ist eine hochreaktive chemische Verbindung aus Chlor und Sauerstoff: Chlordioxid. Es hat eine stark oxidative Wirkung. Auf Haut und Schleimhaut wirkt es reizend bis ätzend. Industriell wird es als Mittel zur Desinfektion sowie zum Bleichen verwendet.

Es ist im Grunde wie immer – kranke Menschen, welchen die Schulmedizin nicht mehr helfen kann, greifen nach jedem Strohhalm um die Krankeit zu besiegen auch wenn dieser Strohhalm MMS heißt.

Nach unserer Meinung ist von MMS abzuraten.

Links zur weiteren ausführlichen Artikel:

http://www.youtube.com/watch?v=hSxv5gnXT88 (Spiegel – TV MMS)

http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/mms-eine-ganzheitliche-therapie

http://www.youtube.com/   (MMS eingeben – zahlreiche Videos)

http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ernaehrung/mms101.html

Autor: Harry Bode

Textquellen auszugsweise:spiegel.de/gesundheitlicheaufklaerung.de/http://www.jimhumblemms.de/ndr.de/