Der Seniorenblog aus Sachsen

Wichtige Gerichtsurteile – Rechtswissen

It's only fair to share...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Pin on PinterestShare on RedditDigg thisFlattr the authorShare on StumbleUpon

justitz

 

 

Urteile

deutscher

und

europäischer

Gerichte sowie

Rechtsfragen und

kuriose Streitfälle

 

 

Bildquelle: Thorben Wengert – pixelio.de

„Nicht jeder, der ein Gericht anruft, erhält auch sein Recht – sicher bekommt er aber ein Urteil“

Unfall beim Urinieren – das Sozialgericht Gelsenkirchen über „besondere Gefahrenmomente“

„Die Verrichtung der Notdurft erfolgt erfahrungsgemäß nicht während der Fortbewegung“. Diese Erkenntnis stammt aus einer Entscheidung des Sozialgerichts Gelsenkirchen. In dem zu Grunde liegenden Fall hatte sich ein Mann beim Urinieren einen Oberarmbruch zugezogen und forderte nun Entschädigungsleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.

Nach den Feststellungen des Sozialgerichts überkam den Gebäudereiniger auf dem Heimweg von der Arbeit „ein starkes Bedürfnis seine Blase zu entleeren“. Er hielt daher sein Fahrzeug an, um im Gebüsch seine Notdurft zu verrichten. Dabei kam es zu der Verletzung.

Die Unfallversicherung lehnte die begehrte Leistung ab, da es sich beim Urinieren „um eine eigenwirtschaftliche, unversicherte Tätigkeit“ handle. Ein Zusammenhang zu dem Beschäftigungsverhältnis bestehe nicht, weil sich der Unfall nicht mehr in der Nähe der Betriebsstätte des Betroffenen ereignet habe.

Das Sozialgericht Gelsenkirchen folgte dieser Argumentation nicht. Zwar sei dem beklagten Versicherungsträger zuzugeben, dass „das Verrichten der Notdurft dem persönlichen und unversicherten Lebensbereich des Versicherten zuzurechnen ist und daher grundsätzlich nicht unter Unfallversicherungsschutz steht. Dagegen steht der Weg zur Verrichtung der Notdurft unter Unfallversicherungsschutz, weil der Versicherte durch seine Tätigkeit gezwungen ist, seine Notdurft an einem anderen Ort zu verrichten, als er dies in seinem häuslichen Bereich getan haben würde.“

Nach diesen Grundsätzen hätte der Versicherungsträger „ermitteln müssen, ob der Kläger während der Notdurft (= unversichert) oder noch auf dem Weg zur Notdurft (= versichert) oder auf dem Rückweg nach dem Wasserlassen (= versichert) verunglückt ist.“

Das gesamte Urteil finden Sie bei justillon.de hier.

AZ: Sozialgericht Urt. v. 14.06.1999 – Az. S 10 U 256/98

**************************************************************************************************************

Richter erschnüffelt Marihuana in den Socken des Angeklagten

Über ein offensichtlich ganz hervorragendes Riechorgan verfügt ein Richter am Amtsgericht Hannover. Er erschnüffelte, dass der Angeklagte wohl Marihuana bei sich hatte. Gefunden wurde die Droge dann in den Socken des Mannes.

Dreist oder einfach nur dumm? Der 22-Jährige Angeklagte musste sich in der Gerichtsverhandlung wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. Der junge Mann war im März vor dem Club Weidendamm von der Polizei mit Marihuana erwischt worden. Die 14 kleinen Päckchen waren sorgfältig in den Socken des Angeklagten versteckt gewesen. Offensichtlich war dies dem 22-Jährigen keine Lehre. Denn sogar zu seinem eigenen Prozess vor dem Amtsgericht Hannover brachte er eine kleine Menge der Droge mit.

„Haben Sie etwa Drogen dabei?“

Doch den Richter am Amtsgericht Hannover konnte er damit nicht täuschen. Nachdem Richter Koray Freudenberg den typischen Geruch von Gras erschnüffelt hatte, stellte er den Angeklagten zur Rede: „Haben Sie etwa Drogen dabei?“ Der Angeklagte Serbuhan G. verneinte.

Wegen des Vorfalls vor dem Club Weidendamm wurde der 22-Jährige sodann zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Doch damit nicht genug. Der Richter ließ ihn unmittelbar danach noch im Gerichtssaal von einem Polizisten durchsuchen. Die Durchsuchung nahm ein Beamte des Polizeikommissariats Nordstadt vor, der zuvor als Zeuge ausgesagt hatte und schon an der Festnahme von Serbuhan G. am Weidendamm beteiligt gewesen war. Und siehe da: In den Socken des Mannes wurde Marihuana gefunden. Ihm droht nun der nächste Prozess.

Für den 22-Jährigen ist das alles nichts Neues. Er stand bereits in sieben Verfahren wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Diebstahls und Drogenhandels vor Gericht. Doch mit einem so aufgeweckten Richter hatte der Angeklagte wohl nicht gerechnet. Richter Koray Freudenberg führt seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Drogenschnüffler auf seine Tätigkeit als Staatsanwalt zurück: „Dort habe ich mir Kenntnisse zu Drogen aller Art angeeignet.“ Rein dienstlich natürlich.

Konkurrenz für die Drogenspürhunde der Polizei

Bereits vor einem Jahr hatte der Richter in einer allgemeinen Verkehrskontrolle einen Polizeibeamten auf den Geruch von Marihuana aufmerksam gemacht, der aus dem Auto hinter ihm drang. Die Polizei konnte daraufhin im Auto einen Rucksack mit der Droge sicherstellen. Den Drogenspürhunden der Polizei möchte der Richter aber natürlich keine dauerhafte Konkurrenz machen.

Textquelle: haz.de

Flugverbot für stinkenden Passagier

Ein Passagier wurde auf Hawaii vor Abflug aus dem Flugzeug von British Airways geworfen. Der Grund war sein strenger Körpergeruch. Ein Flugbegleiter bat ihn, sein Hemd zu wechseln. Das konnte der Passagier aber nicht, das Gepäck war im Frachtraum. Die Airline hat die Beförderung von Reisenden mit „extremen Körpergeruch“ in den Geschäftsbedingungen ausgeschlossen.

Der Betroffene klagte vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf auf 2.200 Euro Schadensersatz.  Am Ende bekam er die Kosten für eine zusätzliche Hotelübernachtung zurück, 260 Euro.

Urteil: OLG Düsseldorf, AZ: I-18U 110/06

**************************************************************************************************************

Die verlorene Vorhaut

Kinofreunde wissen, was weh tut. Als sich in „Verrückt nach Mary“ die scharfen Haken des Reißverschlusses in die edelsten Teile von Ben Stiller gruben, wand sich auch das Publikum unter Schmerzen. Während sich jedoch die mitleidigen Filmfans damit trösten konnten, dass das Malheur nur gespielt war, mussten sich die Gerichte im fränkischen Nürnberg mit einem vergleichbaren, aber höchst realen Fall auseinandersetzen. Mit bewegten Worten schildern sie das beklemmende Ereignis, das das Leben eines Teenagers für immer verändern sollte.

„Der 14-jährige Kläger erwarb beim Geschäft 18 Flaschen Bier zu je 0,33 Liter und eine 0,7- l-Flasche Palm Beach. Nach dem gemeinschaftlichen Konsum des Alkohols mit seinen Freunden, infolgedessen der Kläger in einen nicht unerheblichen Alkoholrausch geraten war, musste der Kläger urinieren und klemmte sich anschließendem beim Verschließen des Hosenschlitzes seine Vorhaut in den Reißverschluss. Der Kläger wurde hierdurch erheblich verletzt, musste sich in ein Krankenhaus begeben und einer Operation unterziehen, die letztlich mit der Entfernung der Vorhaut endete.“

Gezeichnet durch den unerwarteten Verlust verlangte der Knabe, vertreten durch seine Eltern, finanziellen Ersatz für seine Entbehrungen. Aus den Akten ergiben sich folgende Forderungen: „Der Kläger macht Schmerzengeld in Höhe von mindestens 5000 Euro geltend sowie Schadenersatz in Höhe von 150 Euro resultierend aus der Beschädigung seiner Hose, Fahrtkosten seiner Eltern ins Krankenhaus und Beschaffung von Lesestoff für den Klinikaufenthalt.“

Liebesleben in Gefahr

Zahlen sollte der Inhaber des Ladens, in dem der Junge vor seinem Unfall eingekauft hatte. Die Argumentation der Eltern: Der Mann hätte ihrem Sohn gar keinen Alkohol verkaufen dürfen. Wenn der 14-Jährige aber nichts getrunken hätte, wäre es auch nicht zu dem schmerzhaften Zwischenfall gekommen, wegen dem der Junge nun „Nachteile in seinem künftigen Sexualleben befürchte“. Die Richter sahen indes nur wenig Ansatzpunkte für eine Entschädigung.

Sinn des „Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit“ sei es, einer Verwahrlosung entgegenzuwirken, die durch zu frühen Alkoholgenuss eintreten könne. Der Schutz des Jugendlichen vor Selbstverstümmelungen im Vollrausch sei hingegen nicht vorrangig erfasst. Zudem hatte der Kläger sie nicht davon überzeugt, dass der Genuss des Alkohols „ursächlich für das Einklemmen der Vorhaut in den Reißverschluss war.“ Die Klage blieb in allen Instanzen ohne Erfolg.

Textquelle: focus.de  / Bild: Thorben_Wengert_pixelio.de

Urteil: LG Nürnberg-Fürth 1 0 190/03; OLG Nürnberg 1 U 2507/03

**************************************************************************************************************

Bräutigam verklagt Braut – ohne Make-Up zu häss­lich?

Nur einen Tag nach der Hochzeit schleppte ein Bräutigam seine Braut in Algerien vor Gericht. Die Begründung: Ohne Make-Up sei sie nicht so hübsch wie er sie normaler Weise kenne. So habe sie ihn getäuscht.

Das Drama spielte sich nach einem Bericht des News-Portals Emirates 24|7 in der Hauptstadt Algeriens ab. Der Bräutigam wachte danach nichtsahnend am Morgen auf und erschrak sich furchtbar beim Anblick seiner ihm Angetrauten ohne Make-Up. Sie habe derart anders ausgesehen, dass der Mann sie nicht als seine Frau erkannt habe.

Vor Gericht in Algier sagte er, er fühle sich von seiner Frau getäuscht, da er sie vor der Hochzeit ausschließlich geschminkt gesehen habe. Mit Make-Up sei sie auch sehr hübsch, doch ohne könne er sie nicht wiedererkennen. Algerischen Zeitungsberichten zufolge schwor der Mann sogar, seine Frau nicht erkannt und für einen Einbrecher gehalten zu haben. Für seinen Schreck verlangt er nun eine Entschädigung in Höhe von 20.000 Dollar.

Textquelle: www.lto.de

**************************************************************************************************************

Obdach­loser stiehlt Reli­quien

Mit einer dreisten Masche hat sich ein 67-Jähriger in den Besitz einer Bibel und mehrerer Reliquien gebracht. Er gab sich als Bischof von Brasilien aus, der Gotteshäuser besichtigen wolle – und stahl dann die Gegenstände.

Ein 67 Jahre alter Obdachloser hat sich als Bischof ausgegeben und in Frankfurt eine Altarbibel aus einer Kirche sowie mehrere Reliquien aus einer Kapelle gestohlen. Dafür muss er nun eine Geldstrafe von insgesamt 3.000 Euro (150 Tagessätze) zahlen, wie das Amtsgericht (AG) Frankfurt am Freitag entschied. Der Angeklagte war zum Auftakt des Prozesses gegen ihn nicht erschienen, daraufhin erließ das Gericht einen entsprechenden Strafbefehl.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich der 67-Jährige Mitarbeitern des Evangelischen Regionalverbandes als „Bischof aus Brasilien“ vorgestellt, der die Heiliggeistkirche in Frankfurt besichtigen wolle. Als er kurz unbeobachtet war, entwendete er die 300 Euro teure auf dem Altar liegende Bibel und verschwand. Kurze Zeit später stahl er aus einer Frankfurter Klinikkapelle Reliquien und ein Gewand im Wert von 2.000 Euro. Eine Woche später fiel er in einem Café anderen Gästen auf, die die Polizei verständigten. Das in einem Plastikbeutel verstaute Diebesgut kam zu den rechtmäßigen Besitzern zurück.

Sollte der Mann nun den Strafbefehl annehmen, wäre die Sache erledigt. Legt er Einspruch ein, kommt es zu einem neuen Prozess. In den vergangenen Jahren war der Hochstapler bereits drei Mal wegen Titelmissbrauchs und Diebstahls verurteilt worden. Keinen Erfolg mit seiner Masche hatte er bei einem Besuch im Bischöflichen Ordinariat in Limburg. Dort kannte eine Mitarbeiterin den wahren Kardinal von Sao Paulo persönlich, daraufhin suchte der 67-Jährige das Weite.

Textquelle: lto.de hier.

**************************************************************************************************************

Das dürfen Vermieter wirklich bei der Tierhaltung entscheiden

Jeder hat in seinem Mietvertrag wahrscheinlich eine Klausel, in der es um die Haltung von Haustieren geht. Nur in den seltensten Fällen ist die Haltung unbeschränkt erlaubt. Meist findet sich eine Formulierung, dass Tiere wie Hunde oder Katzen nur nach Rücksprache und ausdrücklicher Genehmigung des Vermieters erlaubt sind – oder dass die Haltung komplett verboten ist.

Das Amtsgericht Köln hat nun in einem Präzedenz über eben eine solche Klausel entschieden – zur Überraschung der meisten Vermieter.

In dem verhandelten Fall zog eine Vermietern gegen ihre Mieterin vor Gericht. Schon bei der Wohnungsbesichtigung wurde letztere darauf hingewiesen, dass unter anderem nur Hunde nach der Erlaubnis der Vermieterin in der Wohnung erlaubt sind. Eine ähnliche Formulierung fand sich schließlich auch Mietvertrag wieder.

Allerdings hatte die Mieterin sich doch einen Hund zugelegt – wogegen die Eigentümerin klagte. Das Gericht entschied nun, dass die Frau ihren Hund in der Wohnung behalten dürfe. Und ging dabei sogar noch einen Schritt weiter, der alle Mieter betrifft.

Das Gericht urteilte, dass solche Formulierungen im Mietvertrag an sich unwirksam sind. Zum einen ist nicht klar, ob eine Erlaubnis des Vermieters überhaupt möglich ist. Außerdem stellten solche Klauseln eine Benachteiligung der Mieter dar. Zumal wenn das Haustier weder Lärm macht noch sonstige Störungen verursacht.

Auch müssen die Vermieter nicht informiert werden, wenn man sich ein Haustier anschafft. Dies würde nur Sinn machen, wenn eine Erlaubnis des Vermieters notwendig wäre – und das sei sie ja nicht.

Amtsgericht Köln AZ: (Az.: 210 C 26/15)

Textquelle: http://www.tierfans.net/

**************************************************************************************************************

Beim Sex als Mann ausgegeben: Gericht ver­ur­teilt Frau wegen sexu­eller Nöt­i­gung!

Ein englisches Gericht hat eine Frau schuldig gesprochen, weil sie sich beim Sex mit einer Freundin als Mann ausgegeben hat. Das Opfer will den Betrug erst nach zwei Jahren entdeckt haben.

Die 25-Jährige habe ihre Stimme verstellt, sich verkleidet und ihre Freundin dazu gebracht, eine Augenbinde zu tragen, urteilte ein Gericht in Chester am Dienstag. Das Opfer hatte über zwei Jahre etwa zehnmal Sex mit dem vermeintlichen Freund. Erst dann will die Frau den Betrug entdeckt haben, weil sie die Augenbinde abnahm. Die Verurteilte trug einen künstlichen Penis.

Der Fall hatte wegen seiner Absurdität in den vergangenen Tagen Schlagzeilen in Großbritannien gemacht. Die nun Verurteilte hatte vor Gericht beteuert, ihre Freundin habe stets gewusst, wer sie sei. Es sei ein Rollenspiel gewesen, weil sie Probleme mit ihrer Sexualität gehabt hätten. Dass eine Augenbinde im Spiel gewesen sei und sie sich die Brust mit Bandagen festgebunden habe, wie das Opfer angab, hatte sie bestritten. Eine zwölfköpfige Jury sprach die 25-Jährige dennoch der sexuellen Nötigung schuldig.

Textquelle: lto.de / rechtsindex.de Bild: Thorben_Wengert_pixelio.de

**************************************************************************************************************

Zu laut gefreut!

Weil das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit nach Art. 2 Abs. 1 GG seine Grenze in den Rechten anderer Mitmieter findet, ist ein grenzenloses Sexualleben nicht vom Grundgesetz gedeckt

Der Wohnungsmieter kann daher nach § 862 Abs. 1 S. 2 BGB von seinem Nachbarn verlangen, dass dieser auch tagsüber Geräusche durch lautes Stöhnen sowie „Yippie“-Rufe beim Sexualverkehr auf Zimmerlautstärke hält.

Wenn ein Haus nur über unzulänglichen Schallschutz verfügt, muss der Verursacher von Geräuschen besondere Rücksicht nehmen. „Yippie-Rufer“ sollten also in ein Haus mit ausreichendem Schallschutz ziehen oder ihr Schlafzimmer schallisolieren – oder sie müssen eben von lauten Rufen auf Zimmerlautstäke umstellen.

 Amtsgericht (AG) Warendorf (Urt. v. 19.08.1997, Az. 5 C 414/97).

Textquelle: lto.de

**************************************************************************************************************

„Schweinebacke“- Mieter erhielt für diese Beleidigung kein Schmerzensgeld

Wenn ein Mietverhältnis zu Ende geht, dann ist das manchmal auch nicht angenehmer als eine auseinanderbrechende Ehe. Die Parteien beschimpfen sich, vergreifen sich erheblich im Ton. So schrieb etwa ein Ex-Vermieter seinem Ex-Mieter Kurznachrichten auf das Handy, in denen er die Begriffe „Schweinebacke“, „asozialer Abschaum“ und „Lusche allerersten Grades“ verwendete.

Der Betroffene forderte auf gerichtlichem Wege ein Schmerzensgeld. Doch von der höchsten zuständigen Gerichtsinstanz wurde ihm das nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS verweigert.

Die Begründung: Erstens handle es sich um keine besonders schwerwiegenden Ehrverletzungen, zweitens hätten sie als SMS keine besondere Breitenwirkung entfaltet, drittens sei auch der Zeitraum sehr kurz gewesen. Es bleibe dem Beleidigten überlassen, eventuell Unterlassungsansprüche durchzusetzen, um künftig nicht mehr belästigt zu werden.

(Bundesgerichtshof, Aktenzeichen VI ZR 496/15)

Textquelle: LBS

**************************************************************************************************************

Apotheke darf kein Erotikspielzeug verkaufen

Auf ihrer Internetseite bot eine Versandapotheke Erotikspielzeug und Vibratoren an. Ihr wurde der Verkauf dieser Artikel verboten. Dagegen klagte die Versandapotheke und vertrat die Auffassung, dass mit diesen Produkten die Gesundheitsförderung im Vordergrund stehe, weil ein erfülltes Sexualleben die Entspannung fördere.

Bereits im August letzten Jahres hat die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Osnabrück die Klage einer Versandapotheke aus dem Landkreis Osnabrück abgewiesen, mit der diese sich gegen ein Mitte 2014 von der Apothekerkammer Niedersachsen (Beklagte) ausgesprochenes Verbot des Verkaufs von Vibratoren, „Joysticks“ und Erotikspielzeug gewandt hatte.

Dieses Urteil hat das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht mit Beschluss vom 10. Januar 2017 (Az. 13 LA 188/16) nun bestätigt.

Die 6. Kammer hatte zur Begründung der Klageabweisung ausgeführt, der Verkauf von Vibratoren, „Joysticks“ und Erotikspielzeug verstoße gegen apothekenrechtliche Vorschriften. Bei den genannten Produkten handele es sich nicht um apothekenübliche Ware im Sinne der Apothekenbetriebsordnung, weshalb sie nicht verkauft werden dürften. Apothekenüblich seien nur Produkte, die nach objektiven Maßstäben – nicht nach den subjektiven Vorstellungen des Herstellers oder Verkäufers – einen unmittelbaren Gesundheitsbezug hätten.

Die Ansicht der Klägerin, bei den genannten Produkten stehe die Gesundheitsförderung im Vordergrund, weil hiermit ein erfülltes Sexualleben ermöglicht und in diesem Zusammenhang die Entspannung gefördert werde, teilte die Kammer nicht. Auch ein durchschnittlicher Verbraucher habe nicht die Vorstellung, dass die fraglichen Produkte zur Behandlung von bestimmten Krankheitsbildern eingesetzt würden, sondern halte sie vielmehr für bloße Mittel zur sexuellen Anregung bzw. Entspannung. Dafür spreche auch die konkrete Ausgestaltung der Internetseite, wo die Produkte unter der Rubrik „Lust und Liebe“ angeboten worden seien. Entgegen der Ansicht der Klägerin sei die Untersagungsverfügung auch hinreichend bestimmt. Bei dem Begriff „Erotikspielzeug“ handele es sich um einen auf dem Markt eingeführten Begriff zur Bezeichnung eines charakteristischen, üblicherweise in Erotikshops angebotenen Sortiments. Die Beklagte habe deshalb davon ausgehen dürfen, dass der Klägerin auch nach der Begründung der Untersagungsverfügung eine Abgrenzung zwischen derartigen Spielzeugen und apothekenüblichen Waren möglich war.

Das Urteil (Az. 6 A 121/14) ist seit dem 10. Januar 2017 rechtskräftig.

Textquelle: http://justillon.de

************************************************************************************************************************

Seelenleben eines Scheidungshundes

„Hund W., acht Jahre alter Pudel, Fell grau“ wurde erst einmal nicht gefragt. Nach ihrer Scheidung riss sein Frauchen das Sorgerecht für den betagten Rüden einfach an sich. Mindestens das Herrchen war konsterniert. Der Ex-Gatte wollte auf seinen vierbeinigen Liebling nicht verzichten: Er klagte auf Herausgabe des Hundes. Alternativ stellte er den Antrag, ihm zumindest ein Umgangsrecht mit Pudel Willy zuzugestehen.

Nach „gebührendem Austausch schriftlicher Argumente“ trafen sich die geschiedenen Eheleute vor Gericht. Die Frau weigerte sich beharrlich, ihrem Ex-Mann den Hund zu überlassen. Das Tier dürfe sich nicht „in seinen Bezugspersonen hin- und hergerissen vorkommen.“ Der Gatte argumentierte, ein Umgangsrecht entspreche auch den Interessen des Hundes am ehesten.

Suche nach des Pudels Kern

Mit juristischem Sachverstand allein war dem Problem nicht beizukommen. Um die Auswirkungen eines Umgangsrechts auf den Gemütszustand von Scheidungspudel Willy auszuloten, beauftragte das Amtsgericht Bad Mergentheim daher einen tierpsychologischen Sachverständigen. Das Ergebnis: „Es erwies sich in der mündlichen Verhandlung als durchaus eindrucksvoll, dass der Hund W., nachdem er von der Leine genommen war, sich sofort zielstrebig zum Antragsteller begab, sich von diesem bereitwillig auf den Schoß nehmen ließ und dort deutliche Zeichen des Wohlgefallens von sich gab; z. B. leckte er das Gesicht des Antragstellers mehrfach ab.“

Für das Gericht war die Sache nun klar. Unter „Anerkennung des Hundes als eines Mitgeschöpfes und der daraus sich ergebenden zwingenden Folge eines Verbotes, mit diesem Mitgeschöpf völlig willkürlich umzugehen“ entschied es:

„Der Antragsteller hat das Recht, den Hund W., der sich bei der Antragsgegnerin befindet, zweimal monatlich zu sich zu nehmen, um mit ihm zusammen zu sein und auch spazieren zu gehen. Diese Begegnungen zwischen dem Antragsteller und dem Hunde finden jeweils am ersten und dritten Donnerstag eines jeden Monats in der Zeit von 14 bis 17 Uhr statt.
Der Antragsteller wird den Hund jeweils um 14 Uhr bei der Antragsgegnerin abholen und ihn dann bis spätestens 17 Uhr wieder dorthin zurückbringen.“

Ob Pudel Willy weiterhin der pyschologischen Betreuung bedarf, geht aus dem Urteil nicht hervor

(AG Bad Mergentheim, 1 F 143/95).

Textquelle: focus.de

Bild: Thorben_Wengert_pixlio.de