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Wichtige Gerichtsurteile – Rechtswissen

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Das große Fischsterben

In einem Verfahren vor der 35. Zivilkammer des Landgerichts München I ging es um Schadensersatz wegen verendeter Zierfische.

Recht,Urteil,LupeDer Kläger, ein Tierarzt, besitzt ein ca. 1.000 l fassendes Aquarium. Anfang 2006 erwarb er bei einem von der Beklagten betriebenen Gartencenter mehrere Bambusrohre mit einer Länge von 4,20 m und einem Durchmesser von 37 bis 42 mm. Die Bambusstäbe waren in der Freilandabteilung des Gartencenters neben einem Regal mit Freilandtöpfen aufgestellt.

Der Kläger schnitt diese Bambusstäbe auf die passende Länge zurecht und setzte diese in sein Aquarium ein. Er behauptet, ca. 3 bis 4 Wochen danach habe ein „großes Fischsterben“ eingesetzt, dem 80 wertvolle Fische, zum Opfer gefallen seien. Grund dafür sei die chemische Behandlung der Bambusstäbe gewesen. Der Kläger ist der Auffassung, es hätte darauf hingewiesen werden müssen, dass die Stäbe nicht zum Einsatz in Aquarien geeignet seien. Er verlangt als Ersatz für die verendeten Fische eine Zahlung von € 10.000,00.

Die Klage blieb vor dem Landgericht München I erfolglos.

Die zuständige Einzelrichterin führt dazu aus: Weder liege ein Sachmangel vor, noch habe die Beklagte Beratungs- oder sonstige Nebenpflichten verletzt.

Lesen Sie zu diesem Fall das komplette Urteil bei anwaltseiten24.de hier.

Landgericht München I, Urteil vom 10.09.2007, Aktenzeichen 35 O 5443/07

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Doppelt gehörnt – der arme Ehemann!

Recht,ParagraphenDass das starke Geschlecht auch mal ganz arm dran sein kann, musste ein geschiedener Ehemann vor dem Bundesgerichtshof erfahren. Seine Ex hatte ihm verschwiegen, dass das gemeinsame Kind gar nicht von ihm ist. Nach der Scheidung zahlte er brav Unterhalt für den Nachwuchs.

Als dann herauskam, dass sie ihm während der Ehe nicht nur Hörner aufgesetzt, sondern ihm auch noch ein Kind auf die Tasche gelegt hatte, klagte er durch die Instanzen. Ohne Erfolg: Die obersten Zivilrichter entschieden, dass er für den fälschlicherweise gezahlten Unterhalt weder bei seiner Ex-Frau noch beim ihm nach wie vor unbekannten Kinds­vater Regress anmelden könne. Der Treuebruch berühre nur mittelbar die innereheliche Lebens- und Geschlechtsgemeinschaft der Eltern und falle damit nicht in den Schutzbereich der deliktischen Haftungstatbestände, so das Urteil.

BGH (Az. XII ZB 412/11)

Bildquelle: Thorben_Wengert_pixelio